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Der Apotherkertrakt
Der so genannte Apothekertrakt des Schlosses Schönbrunn wurde im Zuge des Umbaus vom Jagdschloss zu einem Residenzschloss kurz nach der Mitte des 18. Jahrhunderts errichtet. Diese Erweiterungen der Schlossanlage als Sommerresidenz für Maria Theresia umfassten auch den Bau der Nebengebäude in Richtung Meidling und Hietzing, um die Versorgung des gesamten Hofstaates zu gewährleisten.
Mehrere Grundrisse Schönbrunns aus den 1760/70er Jahren zeigen den ebenerdigen Apothekertrakt bis hin zum Cedrathaus und der Orangerie, der in seiner baulichen Gestalt mit dem heutigen Bau - ausgenommen die innere Raumgliederung - weitgehend ident ist.
Den Plänen des 19. Jahrhunderts zufolge waren in diesem Trakt unter anderem die Garden und die Schlosserei untergebracht, die Höfe sind als Schlosser- und Gardehof bezeichnet; im Anschluss an das Cedrathaus, das sich zum Orangeriegarten öffnet, befanden sich Stallungen, vermutlich für die berittene Garde.
Als der sogenannte Gardetrakt beim Schlosseingang nordöstlich vor dem Ehrenhof im Jahre 1906 zu einer modernen Unterkunft für die Garden, unter anderem mit der Küche und Sanitärräumen im Keller, ausgebaut wurde, nutzte die kaiserliche Hofverwaltung den freigewordenen Trakt neben der Verpachtung für Gaststätten auch zur Unterbringung der Hofapotheke, die zuvor (vermutlich wesentlich kleiner) im Gardetrakt lokalisiert war.
Generell sollte die Hofapotheke nicht nur die kaiserliche Familie versorgen, sondern auch für die Hofbediensteten die kostenlose Abgabe von Medikamenten gewährleisten. Der Betrieb der Apotheke in Schönbrunn wurde auch nach der Monarchie bis 1976 im namensgebenden Apotherktrakt, der den östlichen Abschluss der Meidlinger Seitengebäude bildet, aufrecht erhalten.




