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Cedrat-Haus
Das sogenannte Cedrat-Haus, das ostseitig an die Schönbrunner Orangerie an schließt und auch den Abschluss des Orangeriegartens bildet, gilt europaweit als einziges Beispiel seiner Art. Vermutlich gleichzeitig mit dem Orangerietrakt errichtet, diente das Cedrat-Haus speziell für die Unterbringung und Überwinterung der besonders wertvollen und frostempfindlichen Cedrat- oder Zitronat-Zitrone (Citrus medica L.). Es handelt sich bei der Cedrat-Zitrone um eine spezielle Varietät der Zitronengewächse, die nicht mit der 'gemeinen' Zitrone (Citrus limon L.), bei der es sich um eine Limone handelt, zu verwechseln ist.
In der architektonischen Formensprache an der Orangerie orientiert, wurde das Cedrat-Haus mit einer niedrigeren Raumhöhe und -tiefe errichtet, durch das geringere Raumvolumen mit der ursprünglichen rückseitigen Ofenheizung leichter temperierbar und daher zur Unterbringung der im 18. Jahrhundert kultivierten empfindlicheren, aber auch kleinwüchsigeren Cedrat-Citrone besser geeignet. Die Besonderheit der Errichtung eines eigenen Hauses für diese Citrusart betont aber auch den besonders hohen Stellenwert der Cedrat-Zitone gegenüber der anderen zahlreichen im 18. Jh. kultivierten Varietäten innerhalb der Schönbrunner Orangerie.
Geschichte und Herkunft der Cedrat-Zitrone (Citrus medica L.)
Die Citrus medica war die erste im abendländischen Altertum bekannte Citrusart. Ihr Geruch ist mit dem des Zedernholzes vergleichbar und aufgrund der vergleichbaren Verwendung als Mottenschutzmittel wurde sie ursprünglich als Kedromelon (Zedernapfel) bezeichnet. Von kedros zu citrus lateinisiert, wurde sie in der Folge für die gesamte Pflanzengattung namensgebend. Das Adjektiv medica verweist auf die antike Bezeichnung der Frucht, die als medischer Apfel vermutlich aus dem nordindischen Raum stammte und bereits im Altertum im persischen Raum, nämlich im Königreich von Medien, kultiviert worden war, bevor sie von dort in den ostmediterranen Raum und von dort nach Europa gelangte.
Eine Varietät der Cedrat-Zitrone namens Etrog (Citrus medica var. Etrog) war seit dem Altertum im jüdischen Glauben von besonderer zeremonieller Bedeutung für das Laubhüttenfest (= jüdisches Pilgerfest), sie war hochgeschätzt und wurde in der Folge durch die Diaspora im gesamten europäischen Raum verbreitet.
Bereits im Mittelalter als eines der teuersten Gewürze in der Küche begehrt und geschätzt, ist die Verwendung der Cedrat-Zitrone als Zitronat bis heute in der Konditorei unverzichtbar.






